Die P(ack)-Frage: Wohin mit dem Golfbag?

Wir fahren ans Meer, sagt die Frau. Einfach den ganzen Tag faul in der Sonne liegen. Dem Rauschen der Wellen zuhören. Entspannen. Wir fahren in die Berge, sage ich. Einfach den ganzen Tag aktiv unterwegs sein. Golf spielen. Die wunderbare Natur in den Alpen genießen. Früher war die Diskussion schnell beendet. Frühjahr Berge, Herbst Meer. Heute ist die Entscheidung schwerer. Denn der Urlaub soll schließlich auch für unsere beiden Kleinen ein Erlebnis sein. Daher lautet die Erfolgsformel ganz einfach: Berge oder Meer? Hauptsache, das Golfgepäck hat noch Platz im Auto.

Und das ist gar nicht so einfach, wenn auch noch Bobbycar, Laufrad und sämtliche Küchenutensilien für die Ferienwohnung irgendwie in den Kofferraum gepackt werden müssen. Eine Dachbox habe ich mir schon zugelegt. Viel Platz für Schläger, Bag, Schuhe und Trolley. Und irgendwie war es irgendwann dann doch wieder so, wie mit dem Keller. Da bist Du gerade eingezogen und hast Platz. Platz ohne Ende. Das könnten wir doch noch nach unten stellen. Das da auch. Bis der Keller im Nu vollsteht. Bei der Dachbox kamen Sonnenschirm, Luftmatratze und Klappgrill dazu. Und und und. Schon wieder wurde es eng für das Golfbag. Wie gesagt; Gar nicht so einfach! Das nächste Level erreichst Du, wenn auch noch die Frau gerne Golf spielt. Wenn sie Dich am Abend vor der Abfahrt fragt: "Hat nicht mein Bag da auch noch...? Da zwischen Laufrad und Kaffeemaschine vielleicht?"

Der Zweitwagen

Hat es natürlich nicht. Bei vergangenen Urlaubsfahrten haben wir unser ganzes Golfgepäck kurzerhand in das Auto der Schwiegereltern umgeladen. Die hatten ihre Koffer, vielleicht noch einen Rucksack. Sonst nichts. Ein willkommener Zweitwagen. Aber was, wenn keine Schwiegereltern mit in den Urlaub fahren? Oder der Schwiegervater plötzlich auch noch die Platzreifeprüfung bestanden hat? Oder vielleicht sogar noch Freunde, die selbst seit Wochen tüfteln, Pläne zeichnen, Volumen rechnen, wie Sie ihre beiden Golftaschen, die zwei E-Trolleys und fünf Paar Golfschuhe in den Kleinwagen stopfen könnten. Hier sind meine fünf ultimativen Tipps. Fünf Tipps, wie das Urlaubsgepäck einer ganzen Familie genauso im Auto Platz hat wie das Golfequipment.

  • Trolley ausleihen
    Dass ein Trolley viel Platz wegnimmt, muss heutzutage nicht mehr sein. Was die Dinger schon alles können. Zusammenfaltbar sind sie. Fast auf Handtuchgröße. Und ganz moderne Trolleys bringen sich sogar auf Knopfdruck voll automatisch auf diese Größe. Letztlich kann es aber schon die Rettung für den ganz persönlichen Packplan sein, wenn Du keinen Trolley dabei hast. Fast jeder Golfclub verleiht inzwischen Trolleys. Die sind zwar in den meisten Fällen nicht die neuesten Modelle, aber sie machen das, was sie machen sollen: Bag drauf schnallen. Eine Erleichterung beim Schieben oder Ziehen. Fertig! Mehr muss gar nicht sein. Und teuer ist dieser Service auch nicht. In der Regel ist das Ausleihen schon ab fünf Euro pro 18-Loch-Runde möglich. 
  • Reisebag mit ausgewählten Schlägern
    Es muss nicht gleich das Bag sein, in dem neben Deinen 14 Schlägern auch noch drei Pullover, vier Paar Ersatzhandschuhe, fünf Birdiebooks und sechs Mal so viele Bälle Platz haben. Im Urlaub ist weniger mehr! Ist Dir schon mal aufgefallen, wie viele Schläger Du auf der Runde tatsächlich auch regelmäßig spielst? Driver, ein Fairwayholz, das 6er-Eisen, Pitching-Wedge, Sand-Wegde und der Putter. Und sonst? Also ich komme auf gerade einmal sechs, maximal sieben Schläger. Die hätten dann auch in einem kleinen, platzsparenden und relativ kompakten Reisebag Platz. Zumal es bei einer entspannten Runde im Urlaub ja nicht gleich das gesamte Equipment für die verbissene Rekordjagd sein muss.
  • Golfschläger ausleihen
    Immer mehr Skifahrer reisen im Winter nicht mehr mit den eigenen Brettern an, leihen sich stattdessen an der Liftstation das Equipment aus. Mit der Sicherheit, dann auch das neueste Material zu bekommen. Und so kannst Du es auch im Urlaub machen. Warum eigentlich nicht einfach mal andere Schläger testen? Die meisten Golfclubs haben für diese Zwecke etliche Sets zur Verfügung. Nicht immer auch richtig hochwertig, aber zumindest zweckmäßig. Und wenn Du Glück hast, darfst Du im Urlaub dann vielleicht tatsächlich mit den neuesten Hölzern aus dem Hause Callaway oder den Titleist-Eisen spielen, die noch immer glänzen wie frisch aus dem Verkaufsschrank. Zwischen 20 und 30 Euro pro Runde kostet dieser Service in den meisten Clubs. Eine Investition, die sich lohnt, wenn man bedenkt, was man dafür dann wieder Platz im Kofferraum zur Verfügung hat.
  • Haushaltsutensilien im Supermarkt vor Ort kaufen
    Ein Tipp, der eigentlich so gut wie nichts mit dem Golfequipment zu tun hat. Wobei, vielleicht ja doch! Denn wenn die Erstausstattung der Ferienwohnung daheim bleibt und stattdessen im Supermarkt vor Ort gekauft wird, darf sogar das eigene Schlägerset mit in den Urlaub. Ein ziemlich sinnvoller Tipp sogar. Denn Brot, Wurst, Spülmittel, Kaffee, Essig, Öl und Nudeln gibt es fast überall. Und wenn Du Dich dann vor dem Regal auch noch für landestypische Marken entscheidest, fühlst Du Dich vom ersten Tag an ganz, ganz weit weg von daheim.
  • Das Gepäck reist voraus
    Gut, die Koffer mit Kleidung, Kosmetik und Hygieneartikeln schon Tage vorher per Post an den Urlaubsort loszuschicken, ist vielleicht nicht besonders sinnvoll. Aber warum nicht das Golfgepäck? Freunde von uns haben einen solchen Service vor ein paar Jahren mal bei ihrer Urlaubsfahrt auf die Insel Rügen ausgetestet. Und sie haben damals ein positives Resümee gezogen. Mittlerweile gibt es Anbieter, die auch ins Ausland, also zum Beispiel von Deutschland nach Österreich oder von Österreich in die Schweiz, transportieren. Nicht nur handliche Koffer, sondern auch Sportgepäck wie Fahrräder oder eben das Golfbag. Maximal drei Meter lang und bis zu 25 Kilo schwer. Die Deutsche Bahn zum Beispiel verspricht, das Gepäck sogar bei Dir zu Hause abzuholen. Und dann geht das Golfbag auf Reisen. Zu einem Zielort nach Österreich dauert diese Reise etwa drei Werktage - allerdings ohne die mittlerweile fast obligatorische Verspätung. Für knapp 35 Euro.

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