Mit oder ohne Kind?

Foto: Fotolia/Dasha Petrenko
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Ehrlich gesagt, habe ich mir das einfacher vorgestellt. Den Kleinen, jetzt fast drei Jahre, mal mit auf den Golfplatz zu nehmen. So nebenher. Vergesst es! Kinder sind viel zu neugierig. Da lauern auf der Runde plötzlich selbst dort Gefahren, wo man sie vorher nie im Leben vermutet hätte. Eine Freundin hat ihren kleinen Sohn damals doch auch immer einfach mit auf den Golfplatz genommen. Das Golfbag auf dem Rücken, das Baby im Kinderwagen vor sich her geschoben. Immer noch besser, als ganz auf das Hobby zu verzichten. 

Doch auch ihr Sohn bleibt mittlerweile nicht mehr ruhig im Wagen sitzen. Entspannt sind die Golfrunden daher schon lange nicht mehr. Viele Golfclubs bieten heute Gott sei Dank bereits eine spezielle Kleinkindbetreuung an, während Mama und Papa Turniere spielen oder zum Spaß auf dem Platz unterwegs sind. „Das ist heutzutage, wo im Speziellen freie Zeit ein rares Gut geworden ist, eine der modernen Anforderungen an einen Golfclub“, sagt Andreas Dorsch, Geschäftsführer des Golf Management Verbandes Deutschland (GMVD). Der Golfsport leide unter anderem darunter, dass beispielsweise bei einem Ehepaar beide Partner in Vollzeit arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt verdienen zu können. „Die gemeinsame Freizeit wird also immer knapper. Und wenn man dann auch noch für jede Golfrunde zu zweit erst einen Babysitter suchen muss, wird es noch schwieriger“, erklärt Dorsch.

An der Zielgruppe vorbei

Die Betreiber vieler Golfanlagen beschäftigen sich daher schon seit Jahren mit dieser Thematik. Nicht nur des reinen Servicegedankens wegen. „Das ist einfach zeitgemäß. Man kann damit natürlich auch Familien als neue Mitglieder an sich binden“, meint Dorsch. Zumal genau diese jungen Erwachsenen zwischen 25 und 40 Jahren eigentlich die zukunftsträchtigste Zielgruppe des Deutschen Golfverbands (DGV) darstellen. Bei den meisten Mitgliedsplätzen der „Leading Golf Courses of Germany“ beispielsweise ist eine Betreuung der Kinder in den Mitglieds- und Spielgebühren inbegriffen. Andere Anlagen verlangen für das Zusatzangebot auch zusätzliche Gebühren. Dorsch: „Das ist alles natürlich nicht so billig. Da reicht es nicht, einfach ein Bällebad wie im Möbelhaus aufzubauen. Man braucht einen geeigneten Raum dafür, man braucht Fachpersonal und natürlich auch kindgerechte Spielgeräte.“


Und meine persönliche Erfahrung? Die Golfanlagen betreten mit dem Angebot der Kinderbetreuung zwar Neuland. Viele wagen diesen Schritt aber gerade auf wirtschaftlichen Gründen trotzdem. Einziger Haken: Noch ist vieles zu sporadisch, gerade während der Woche oder auch in den Ferien fehlen vielerorts die Betreuungszeiten. Selbst ein kleiner Spielplatz direkt neben dem Clubhaus würde da möglicherweise Abhilfe schaffen. Doch in den allermeisten Fällen gibt es die Sandkästen eben doch nur draußen auf dem Platz. In Form von fiesen Bunkern.


Demnächst gibt´s hier die Top10 der familienfreundlichsten Golfplätze im Alpengolfer-Raum!

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