Auf Heidis Spuren: Golf in Graubünden

Auf die Frage nach der berühmtesten Schweizerin antworten fast alle Eidgenossen wie aus der Pistole geschossen: Heidi! Die Romanfigur von Johanna Spyris steht seit über 100 Jahren sinnbildlich für Heimat und Harmonie. Im Schweizer Kanton Graubünden, dem flächenmäßig größten Kanton des Landes, ist Heidi zu Hause, denn die Region in der Ostschweiz ist nicht etwa geprägt von großen Ansiedlungen, sondern von Bergen und der Natur.

Über 90 Prozent der Fläche liegen auf einer Höhe von über 1.200 Metern. 615 Seen und über 900 Berggipfel, knapp 11.000 Kilometer Wanderwege und 15 Golfplätze hat Graubünden zu bieten. Der Kanton ist nicht nur deshalb die beliebteste Ferienregion des Landes. Laut Tourismusverband Graubünden Ferien wurden im vergangenen Jahr über fünf Millionen Übernachtungen in den dortigen Hotels gezählt. Die Urlauber kommen im Sommer wie im Winter, im Frühling und im Herbst.

Die Golftradition Graubündens reicht zurück bis ins Jahr 1889. Initiatoren waren die Briten. Sie haben gemeinsam mit einem Einheimischen aus St. Moritz den Golfsport salonfähig gemacht. Noch vor der Gründung des ersten Skivereins wurde in Graubünden ein Golfplatz eröffnet. Das Spezielle in der Region heutzutage ist die enorme Golfplatzdichte - eine der höchsten in Europa. In Graubünden arbeiten die meisten Golfclubs sowie ausgewählte Destinationen und Hotels zusammen, um sich gezielter vermarkten zu können. Im ganzen Kanton gibt es 15 Golfplätze (acht 18-Loch-Kurse und sieben 9-Loch-Plätze). Geprägt sind die Anlagen zumeist alpin, durchzogen von plätschernden Gebirgsbächen, umgeben von altem Baumbestand. Das Angebot reicht vom Platz im Tal wie beispielsweise dem Golfplatz Domat/Ems auf etwa 500 Metern Höhe bis zur konditionellen Herausforderung in Arosa. Die Anlage liegt auf über 1.800 Metern über dem Meer und hat auf knapp 1.900 Metern den höchsten Abschlag Europas. 


Abschlag über den Rhein

Mindestens genauso spektakulär ist das neunte Loch auf dem Golfplatz in Sedrun: Dort muss sogar über den Rhein geschlagen werden. Der ist dort, in der Nähe seiner Quelle, aber freilich noch jung und schmal. Auch rund um die beiden bekannten Sport- und Nobelorte Davos und St. Moritz kann gegolft werden.



Die Ostschweizer sind übrigens exzellente Gastgeber, was an der langen Tradition des Gastgewerbes liegt. Hotelanlagen sind durchdacht organisiert und bieten für jede Art des Urlaubs etwas. Und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die Golfer unter den Touristen hofiert werden: Die Organisation von Abschlagzeiten, Golfpartnern und Trainern versteht sich in den Golfhotels der Schweiz genauso von selbst wie ein Shuttleservice zu den Golfplätzen.

Viele Freizeitmöglichkeiten

Freizeitmöglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle. So warten beispielsweise auf Mountainbiker über 4.000 Kilometer Strecken aller Schwierigkeitsgrade. Wer es lieber ruhiger angehen lässt, der sollte den Schweizer Nationalpark im Engadin besuchen. Auf 172 Quadratkilometern gibt es dort die größte Naturlandschaft der Schweiz – und eine riesige Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen. Und wer schon einmal da ist, der darf eine Fahrt mit dem Bernina-Express nicht verpassen: Die Strecke ist sogar von der UNESCO ausgezeichnet und führt von Chur, St. Moritz und Davos aus bis auf den 2.253 Meter hohen Bernina-Pass. Einen Tagesausflug ist auch der mondäne Ort St. Moritz wert, laut Tourismusverband die weltweite Nummer eins unter den Feriengebieten in den Alpen.


In die Ostschweiz reist man am besten zwischen Juni und September, denn die meisten Golfplätze brauchen aufgrund ihrer Höhenlage meist länger, um sich vom Winter zu erholen. Saison ist auf den meisten Anlagen von Mai bis Oktober. Eine Sonnenschein-Garantie gibt es allerdings selbst um diese Zeit nicht. Denn mit den Temperaturen steigt in den Bergen Graubündens gleichzeitig auch die Regenwahrscheinlichkeit. Spontanität ist daher kein Fehler.

Eindrücke aus der Ostschweiz

Fotos: Graubünden Ferien