Ein Allgäuer Erfolgsmodell

Foto: Oberstaufen Tourismus
Foto: Oberstaufen Tourismus

Als Deutschlands erste Mehrwertkarte 2008 an den Start ging, erntete Oberstaufen ungläubige Kommentare. Heute kann „Oberstaufen Plus“ auf Nachahmer und Auszeichnungen verweisen. Das Prinzip ist einfach: Wer in Oberstaufen Urlaub macht, darf unter anderem auch auf einigen Golfplätzen gratis spielen. Im Alpengolfer-Interview haben wir uns mit Tourismus-Chefin und der "Mutter der Idee", Bianca Keybach, unterhalten.

Vor gut sieben Jahren wurde "Oberstaufen Plus" aus der Taufe gehoben. Mittlerweile ist das Angebot vielfach ausgezeichnet und mehrfach kopiert worden. Haben Sie damals mit einem solch großen Erfolg des Modells gerechnet?

Keybach: Ohne arrogant klingen zu wollen, muss ich diese Frage ganz ehrlich mit "Ja" beantworten. Ein Mehrwert-Angebot, das am Urlaubsort sämtliche Freizeitangebote beinhaltet, gab es in der Form bisher noch nicht. Vor allem die Urlaub entscheidenden Produkte Golf und Ski ließen Großes erwarten. Ein Produkt das nur die Parkplätze, den Bus, das Bad und die Sommerrodelbahn beinhaltet, wäre schon schön gewesen. Aber wir haben erfahrungsgemäß keine Badeurlauber oder Rodelurlauber.

Bianca Keybach (Foto: Oberstaufen Tourismus)
Bianca Keybach (Foto: Oberstaufen Tourismus)


Wie hat sich das Angebot denn seitdem auf die Tourismuszahlen in und um Oberstaufen ausgewirkt?

Keybach: Seit Einführung von "Oberstaufen PLUS" konnten wir unsere Übernachtungszahlen um neun Prozent steigern, obwohl in derselben Zeit die Zahl der Gästebetten um knapp zehn Prozent reduziert wurde. Die Übernachtungszahlen der Hotels, die ihren Gästen den Service "Oberstaufen PLUS GOLF" anbieten, erhöhten sich sogar um 31 Prozent.


Das bedeutet, dass Ihr Angebot letztlich auch den Golfsport im Allgäu attraktiver für auswärtige Gäste gemacht hat?

Keybach: Ja. Durch dieses neue und einzigartige Produkt bekamen und bekommen wir viel Aufmerksamkeit, was im zweiten Schritt dazu führt, dass auch das Allgäu als Golfdestination neu wahrgenommen wird. Unsere Gäste spielen wie alle Golfer nicht nur einen Platz und am liebsten nicht nur an einem Ort. Viele genießen während ihres Aufenthaltes auch das Spiel auf anderen Allgäuer Plätzen.


Wie viele Golfclubs und Gastgeber beteiligen sich inzwischen am speziellen Angebot für Golfer?

Keybach: Es gibt in Oberstaufen momentan 15 Hotels, die ihren Gästen neben auch das kostenlose Greenfee auf sechs Plätzen ermöglichen.


Gibt es denn auch Statistiken, aus denen man sehen kann, woher die Golftouristen kommen, die Oberstaufen und somit das Allgäu besuchen?

Keybach: Ja, die gibt es. Der größte Teil kommt aus Baden-Württemberg. Der zweitwichtigste Quellmarkt ist Bayern, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Aber auch aus der Schweiz wie natürlich auch dem Rest von Deutschland kommen Golfer gerne zu uns.


Foto: Oberstaufen Tourismus
Foto: Oberstaufen Tourismus

Welche Besonderheit hat denn die Golfregion Allgäu im Vergleich mit anderen Destinationen?

Keybach: Das Allgäu hat - für viele überraschend oder noch nicht bekannt - eine hohe Golfplatz-Dichte und dabei eine große Vielfalt. Egal ob elitärer Club oder Anfängerplatz, flache Fairways oder "Bergziegen-Runden" ist für jeden Geschmack und jedes Handicap etwas dabei. Was uns dabei einzigartig macht, ist aber sicher das Drumherum. Angefangen von der Kulisse bis hin zur Allgäuer Küche danach. Ein erfrischendes Bier und eine Brotzeit nach der Runde geben dem Loch 19 das besondere Allgäuer Flair.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0