Ein Allgäuer in der Kult-Golfshow

Den Allgäuer Golf-Winter nutzt Ralf Schwarz Jahr für Jahr dazu, ein paar Wochen in den USA zu verbringen. Einerseits, um auch selbst einmal entspannt den Schläger schwingen zu können. Denn als Pro und Manager des Golfclubs Waldegg-Wiggensbach hat er während der Saison dazu nur wenig Gelegenheit. Andererseits sammelt er in Arizona aber auch Eindrücke und Ideen. Und in diesem Jahr war sein Trip außergewöhnlich.

Ray Adams genießt in den USA unter Golfern Kultstatus. Woche für Woche ist er mit seiner Golf-Talkshow jeweils eine Stunde lang beim Sender NBC Sports Radio zu hören. Er taucht dabei ab hinter die Kulissen der Profi-Touren, führt Interviews mit den besten Golfern der Welt und widmet sich Lifestyle-Themen. Überraschend, inspirierend, humorvoll, emotional, von Herzen und manchmal kontrovers. In einer dieser Shows war auch Ralf Schwarz plötzlich mittendrin. Als gefragter Experte aus dem Allgäu. "Ich habe Ray im Flugzeug kennengelernt und wir haben uns auf Anhieb prima verstanden", erzählt Schwarz. Die beiden haben Kontakt gehalten, Adams lud den Oberallgäuer in die Show ein und der plauderte am Mikrofon zum Beispiel über den Golfsport in Deutschland und die nächste Auflage des Ryder-Cups, die im September in Paris stattfindet. Schwarz: "Das hat riesig Spaß gemacht. Ray ist einfach ein Profi und durch und durch golfverrückt."

Eine unvergessliche Runde

Neben dem Auftritt in der Kultshow hat Ralf Schwarz natürlich auch die eine oder andere Runde Golf gespielt. Zum Beispiel auf dem Spanish Bay Links Course im Pebble Beach Resort. Der Platz, bei dessen Planungen unter anderem der fünfmalige British-Open-Champion Tom Watson seine Finger im Spiel hatte, schlängelt sich durch die Sanddünen und bietet beeindruckende Ausblicke auf den Pazifik. Was Schwarz dort für seine Arbeit im Allgäu mitgenommen hat? "Wir haben in Wiggensbach mit dem höchsten Abschlag Deutschlands ja auch ein Alleinstellungsmerkmal. Das sollten wir mit dem Verkauf von Logo-Artikeln marketingtechnisch noch viel mehr ausreizen. In Pebble Beach machen sie das und verdienen damit im Pro-Shop gut", erzählt er. Mit Zac Blair, einem Spieler der US-PGA-Tour, ging es auch über die 18 Löcher des Monterey Peninsula Country Club.

 

Erinnerungen für die Ewigkeit gab es für den Allgäuer dann aber auf dem Troon North Monument Course in Scottsdale. Als wäre es nicht schon genug Erlebnis, auf diesem Wüsten-Platz spielen zu dürfen, gelang Schwarz auf der Runde auch noch ein Hole-in-one, dieser eine perfekte Schlag! Schon an Bahn 15, einem Par 4, hatte er zuvor ein Birdie notiert. Dann kam die 16, ein knapp 223 Meter (244 Yards) langes Par 3. Schwarz zog ein Eisen 2 aus der Tasche, einen Schläger, der nur noch selten gespielt wird, un zog - auch wegen des leichten Gegenwinds - voll durch. "Ich habe schon beim Abschlag gemerkt, dass es ein geiler Schlag war", erzählt der Pro. Und das Gefühl hatte ihn nicht getäuscht, denn die Kugel landete direkt mit dem ersten Schlag im Loch. Die Freude war entsprechend riesig, von der Golfanlage gab es als Erinnerungsstück eine Flasche Wein, auf deren Etikett alle wichtigen Daten wie Name, Loch, Länge, Platz und Datum festgehalten waren. "Den Ball, mit dem mir dieses Ass gelungen ist, habe ich natürlich auch aufgehoben. Er hat jetzt daheim einen Ehrenplatz", sagt der Wiggensbacher.

Fortsetzung folgt ...

Der USA-Trip war für Ralf Schwarz voller beeindruckender Momente. Und trotzdem zieht es ihn immer wieder ins Allgäu zurück. In der zweiten Folge seiner Reise-Erzählungen, die demnächst beim Alpengolfer folgt, setzt der Pro zum Plädoyer für die Golf-Heimat an - weil's daheim halt doch am schönsten ist.

Fotos: Ralf Schwarz bei Facebook