Mit Sack und Pack: Was ins Bag gehört

Was die großen Golfer auf den internationalen Touren dieser Welt in ihren Bags haben, ist immer wieder spannend zu sehen und zu lesen. Vor Kurzem habe auch ich Euch im sozialen Netzwerk Facebook schon einmal einen kleinen Einblick in mein Bag gewährt. Das war freilich bei Weitem nicht so packend wie der Blick in die Golftasche von Martin Kaymer oder Sergio Garcia. Aber was gehört eigentlich alles ins Bag? Und was sollte man lieber daheim lassen?

Der Stapel Zeitungen auf dem Schreibtisch wird immer größer, an der Garderobe im Flur ist kein Haken mehr frei. Winterjacken hängen über Frühjahrsjäckchen. Und erst die Fenster. Ganz schön schmutzig sind sie über den Winter wieder einmal geworden. Hey, es ist Zeit, auszumisten. Zeit für Inventur und den Frühjahrsputz! Gesagt, getan. Ich habe mir dabei auch mein Golfbag geschnappt - und Altlasten aus der vergangenen Saison gefunden. Den angeknabberten Müsliriegel, das vollgeschniefte Taschentuch, den letzten kleinen Schluck aus dem Birdie-Flachmann. Und beim großen Reinemachen habe ich festgestellt: Da ist ganz schön viel Zeug in meinem Bag, das da nicht zwingend hingehört.

Mein Haus, mein Auto, meine Schläger

Was ich spiele? Nicht einmal 14 Schläger, die erlaubt wären! "Das ist aber auch gar nicht nötig", sagt Christian Montén. Er ist Golf-Professional im Allgäu und erklärt weiter: "Wenn man den Ball nicht immer genau in der Mitte trifft, braucht man gar keine 14 Schläger." Denn: Normalerweise sollten zwischen den einzelnen Schlägern mindestens zehn Meter Länge liegen. Gerade bei Anfängern ist das aber recht selten der Fall.

 

In meinem Bag habe ich: Rife-Putter | Cobra S3 Driver | Cobra S3 3er Holz | Fairwayholz 5/18° Exotics E8 | Cobra Bufler Hybrid 21° | Eisen 6 bis PW Exotics XCG7 und einen Wedge KZG XRS. Macht alles in allem elf Schläger.

Christian Montén sagt: "Ich bin kein Freund davon, sich die Tasche mit Schlägern und unsinnigem Zeug vollzustopfen." Zwei Dinge hat er in all den Jahren seiner Trainer-Tätigkeit bei seinen Schülern immer wieder entdeckt. Zwei Dinge, die er für "absolut sinnlosen Ballast" hält: eine Ballangel und einen Übungs-Wedge für das Bunkerspiel. Aber was sollten Anfänger denn unbedingt in der Golf-Tasche haben?

 

=> "Recht viele Bälle", sagt Christian Montén. Und dabei gilt: Es darf auch investiert werden, denn auf die Qualität kommt`s an. Markenbälle sind selbst für Anfänger besser als Lakeballs oder billige Kugeln vom Discounter.

 

=> Regelbuch. Es muss aber kein 100 Seiten dicker Schmöker sein. Montén empfiehlt ein kleines, handliches Büchlein, das nach Themen sortiert ist, die von Fall zu Fall schnell zu finden sind.

 

=> Tees und Pitchgabeln. Montén: "Und zwar mindestens drei. Denn meistens bleibt beim Umziehen immer eine Pitchgabel in irgendeiner Hosentasche."

Tragen oder ziehen?

Tragen, schieben oder ziehen? Das ist hier die Frage. Orthopäden haben dazu ihre eigene Meinung, Golf-Professionals wie Christian Montén auch. Anfänger, findet er, sollten das Bag lieber tragen. Weil sie auf den ersten Runden eben oftmals kreuz und quer unterwegs sind. "Diese Wege sind mit dem Bag auf dem Rücken schneller zu absolvieren", sagt er. Beim Neukauf eines solchen Tragebags sollte übrigens unbedingt auf eine gute Polsterung und ein qualitativ hochwertiges Tragesystem geachtet werden - und nicht auf den Schnäppchen-Preis.

Fotos: Stephan Schöttl, Fotolia.de