Alpengolfer meets Flachlandtiroler (4): Der Natürliche

Zum Jahreswechsel gibt's eine Serie mit dem Titel "Alpengolfer meets Flachlandtiroler". Der Macher des Golf-Blogs "Golfsport.news" hat mit mir nicht nur das Faible fürs Golfen gemeinsam, sondern auch den Namen. Stephan und Stephan haben sich also entschlossen, sich gegenseitig die sportliche Heimat vorzustellen. Denn tatsächlich liegen zwischen ihnen knapp 700 Kilometer. Vom Süden der Golf-Republik in deren Norden. Dieses Mal führt uns der Flachlandtiroler  in den Förde-Golf-Club Glücksburg. Viel weiter nördlich geht eigentlich nicht mehr. Es ist der Abschluss unserer Serie.

Nach der Fahrt hinauf zum Parkplatz kann man sofort einen Blick auf die Driving Range werfen, die ganz schön bergab geht. Schon hier wird einem klar, dass es auch im hohen Norden hügelig sein kann. Okay, das ist meine Meinung als Berliner Flachlandtiroler. Das Clubhaus, die Terrasse und der Shop sind klein, aber fein. Und dann geht's los:

An Loch 1 beginnt alles noch entspannt, denn es wartet ein relativ gerades Par 4 zum Einstieg. In dem leichten Dogleg kann man schon mal einen Blick auf die Ostsee, sprich die Flensburger Förde, werfen. Nach einem Par 3 wartet auf der Bahn 3 die erste Herausforderung mitten in der Natur: Die Bahn ist relativ schmal und macht das direkte Angreifen des Grüns mit dem zweiten Schlag durch das Dogleg nach links fast unmöglich. Außerdem geht es auf dem Fairway des Par 5 schon recht wellig zu. Die Bäume sind so dicht, dass man auf dieser Bahn unbedingt auf dem Fairway bleiben sollte. Fast alle Bahne in Glücksburg sind mit viele Bäumen abgegrenzt, so hat man sehr oft das Gefühl, als wäre man ganz alleine unterwegs. Das sind die Momente, in denen man sich auf die Natur einlassen kann. Wenn es windig ist, hört man das Meer und an ruhigen Tagen kann man dem Vogelgezwitscher lauschen. Es gibt eigentlich keine Bahn, die gerade auf einer Ebene verläuft. Alles ist der Umgebung angepasst und deshalb geht es immer wieder auf und ab. Das optische Highlight ist die Elf, denn auf diesem Par 4 geht es in Richtung Förde. Oben angekommen, hat man einen tollen Blick auf das Wasser und den Bockholmer Hafen.

Ein teuflisches Grün

Ab der Annäherung aufs Grün sollte man aufpassen, dass der Ball nicht darüber hinaus fliegt, denn dann ist er weg und macht sich auf den Weg hinunter zum Wasser.  Die Zwölf, ein „leichtes“ Par 3, bringt uns wieder in den Golfmodus, denn das Grün ist teuflisch. Hier sollte man lieber drei oder vier Mal schauen, wie der Putt laufen könnte. Das nächste Loch geht an der Förde entlang und man blickt in Richtung Dänemark und auf die Zwillingstürme von Broager – kurzer Halt ist hier angesagt. An der 15 spielt man den Berg wieder hinutner und sollte auf den Wind achten, denn der kommt an dieser Bahn besonders ins Spiel. Nach der 16, so behauptet der Pro des Förde-Golfclubs Glücksburg, sollte man sich noch einmal stärken, denn die letzten beiden Löcher haben es in sich. Einmal geht es steil nach oben zum Grün. Und man sollte lieber gemütlich nach oben schreiten, denn ansonsten macht das pumpende Herz einen ruhigen Putt unmöglich. Das Finale ist ein Par 5: Aber Vorsicht, denn das Grün am Clubhaus wird durch einen Bunker und einen Teich auf der rechten Seite bewacht. Also bei der Annäherung noch mal volle Konzentration und ab geht's!

Mitten in der Natur

Der Golfplatz ist wunderschön in die Natur eingebettet und immer wieder kann man einen Blick auf das Wasser der Flensburger Förde werfen. Sollte man nicht mehr ganz so fit sein, würde ich persönlich ein Cart oder E-Trolley empfehlen. Wer hier oben im Norden eine Runde spielt, der sollte sich auf jeden Fall Glücksburg anschauen. Tipp am Rande: Wenn Du nach Dänemark fährst, dann ist auch Benniksgaard eine Reise wert. Beide Golfplätze haben wir schon mehrmals gespielt. Und sollten wir mal wieder in den Norden fahren, dann stehen sie wieder auf dem Programm.

Fotos: Stephan Rösner