Alpengolfer meets Flachlandtiroler (3): Herausforderung

Zum Jahreswechsel gibt's eine neue Serie mit dem Titel "Alpengolfer meets Flachlandtiroler". Der Macher des Golf-Blogs "Golfsport.news" hat mit mir nicht nur das Faible fürs Golfen gemeinsam, sondern auch den Namen. Stephan und Stephan haben sich also entschlossen, sich gegenseitig die sportliche Heimat vorzustellen. Denn tatsächlich liegen zwischen ihnen knapp 700 Kilometer. Vom Süden der Golf-Republik in deren Norden. Dieses Mal führt uns der Flachlandtiroler  in das Ostsee Golf Resort Wittenbeck. Die 27-Loch-Anlage liegt knapp zwei Kilometer vor Kühlungsborn. Uuuuund Action!

Auch wenn es bereits einige Zeit her ist, dass ich das letzte Mal dort war, sage ich: Der 9-Loch-Platz, der 2007 überarbeitete wurde, macht eine Menge Spaß. Ich glaube, wir haben diese 2750 Meter auch an einem der Tage dreimal gespielt. Aber in meiner Seroe liegt der Fokus nicht auf dem Kompaktplatz Hösting, sondern auf dem 18-Loch-Meisterschaftsplatz Eikhof.

Der Kurs ist sehr wellig und immer wieder kommt Wasser ins Spiel. Das fängt schon an der Eins an. Das Loch des Par 5 (476 Meter von Gelb) liegt gut geschützt hinter einem großen Wasserhindernis. Aber das begleitet den Spieler schon vom Abschlag weg. Immer schön auf der rechten Seite, parallel zum Fairway, geht ein kleiner Bach entlang. Auf der Zwei, einem Par 3 über 153 Meter, spielt der häufige Nordwestwind eine Rolle. Hier kommt es auf die richtige Schlägerwahl an. Spannend ist auch Bahn 5, das nächste Par 4 mit einer Länge von 391 Meter. Hier kommt circa 60 Meter vor dem Grün wieder Wasser ins Spiel. Aber mit einer eher defensiven Spielweise kommt man hier gut weiter. Wenn man den Platz nicht kennt und das Birdiebook nicht benutzt, wird man überrascht sein, dass auf einmal wieder Wasser ins Spiel kommt. Die Sechs und die Sieben werden auf der linken Seite von Wasserhindernissen begleitet. Darauf könnte ich als Linkshänder echt verzichten. Neben den toll gepflegten Bunkern spielen die Wasserhindernisse auf diesen Platz wirklich eine große Rolle. Die ersten neun Löcher beschließt ein Par 5 über 445 Meter - und natürlich gibt es auch hier auf den letzten 140 Meter viel Wasser.

Eine steife Brise

Der starke Wind begleitete uns auch auf den Back Nine. An der Zehn, einem Par 4 über 366 Meter, sollte man sich auf den ersten 220 Metern eher rechts halten, denn auf der linken Seite kommt, man glaubt es kaum, mal wieder Wasser ins Spiel. Man hat zwar eine Chance, mit den zweiten Schlag aufs Grün zu kommen, aber wehe man trifft den Ball nicht richtig. Dann rufen alle vier Bunker ganz laut: „HIER!“ Auf Spielbahn 11 sucht man tatsächlich vergebens nach Feuchtgebieten. Auf dem Par 4 über 358 Meter kann man etwas offensiver an die Sache ran gehen. Aber auch auf diesem Loch gibt es ein Highlight: 219 bis 236 Meter hinter dem Abschlag befindet sich ein zentral gelegener Bunker. Dieser trennt das Fairway in zwei Teil. Das nächste Par 5, die Zwölf, wird dann aber schon wieder knifflig. Die ersten 380 des 470 Meter langen Loch sind lösbar. Aber dann folgt ein 70 Meter langes Wasserhindernis, das direkt am Grün endet. Aber der Designer war so fair, dass man auch links vorbeispielen kann. Aber wer will das schon? Echte Kerle auf jeden Fall nicht!  

Das Par 3 an der 14 glänzt durch Länge. Immerhin sind es 189 Meter bis Mitte Grün. Wenn der Ball zu kurz bleibt, warten zwei große Bunker vor dem Grün. Spannend geht's an der 16 weiter. Auch wenn das Wasser hier nicht wirklich ins Spiel kommt. So kann man sich auf gerade, lange Schläge konzentrieren. Dieses Par 4 ist wie fast jede Bahn sehr wellig und man muss sich bei vielen Schlägen auch auf schlechte Lagen einrichten. Jetzt hat man schon viele Meter in den Füßen und dann kommt die 18 als toller Abschluss: Das Par 4 über 385 Meter ist wieder wellig und auf der linken Seite begleitet uns Wasser. Aber das Fairway ist so breit, dass man schon mal angreifen kann. Vorausgesetzt, man hat die Kraft und Konzentration dafür noch.

Mein Fazit

Wem es an die Ostee zieht, der sollte sich den Meisterschaftplatz, der eine echte Herausforderung ist, nicht entgehen lassen. Beide Plätze sind trotz des Anspruchs fair zu spielen und machen eine Menge Spaß.



Der Alpengolfer hat für die Nordlichter auch eine entsprechende Herausforderung ausgewählt: den Golfclub Waldegg-Wiggensbach im Allgäu. Zu seiner Geschichte geht`s hier >>>

Fotos und Videos: Stephan Rösner