Alpengolfer meets Flachlandtiroler (2): Der Sportliche

Zum Jahreswechsel gibt's eine neue Serie mit dem vielversprechenden Titel "Alpengolfer meets Flachlandtiroler". Was steckt dahinter? Der Macher des Golf-Blogs "Golfsport.news" hat mit mir nicht nur das Faible fürs Golfen gemeinsam, sondern auch den Namen. Und zwar in exakt der gleichen Schreibart. Stephan und Stephan haben sich also entschlossen, sich gegenseitig die sportliche Heimat vorzustellen. Denn tatsächlich liegen zwischen ihnen knapp 700 Kilometer. Vom Süden der Golf-Republik in deren Norden. In Teil 2 geht's um sportliche Plätze.

Wie funktioniert's? Ganz einfach: Alle zwei Wochen stellt Stephan Rösner von Golfsport.news beim Alpengolfer einen seiner Lieblingsklubs aus dem Norden vor, gleichzeitig gibt es auf Stephans Blog meine Favoriten aus dem Süden. Wir haben uns dabei für vier Kategorien entschieden: Das Wohnzimmer, also den jeweiligen Heimatclub, der Sportliche, die Herausforderung und der Natürliche. Im zweiten Teil präsentiert Stephan Rösner hier den Golfclub Schloss Teschow, inmitten der Mecklenburgischen Schweiz.



Von meinem Wohnzimmer in Kallin geht es weiter in Richtung Norden, immer weiter weg von den Alpen. Ziel ist die Anlage des Golfclubs Schloss Teschow, gut 120 Minuten von Berlin entfernt. Schloss Teschow liegt knapp 60 Kilometer südlich von Rostock. Das ehemalige Hotel ist mittlerweile eine Klinik, die Golfanlage besteht aus einem 9-Loch Platz „Am Silberberg" und der 18-Loch Runde „Am See“.

 

In der Mitte, im Herzen von Mecklenburg-Vorpommern, liegt die 27-Loch Golfanlage des Golfclubs Schloss Teschow, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Naturparks Mecklenburgische Schweiz. Jahrhunderte alter Baumbestand, sanft geschwungene Hügel, der idyllische Teterower See und das klassizistische Herrenhaus bilden die Kulisse der Golfplätze. Der Club selbst verspricht "Glücksmomente für routinierte Spieler und Einsteiger".  Der 18-Loch-Platz „Am See“ fordert jeden Golfer zu sportlich-taktischem Spiel heraus. Begleitet vom Teterower See, wechseln sich schilfbewachsene Gräben mit Teichen, altem Baumbestand, sanften Hügeln und interessant platzierten Grüns ab.

 

Ganz schön viel Wasser

Als wir in diesem Jahr dort waren, war das Wetter nicht gerade traumhaft. Aber das stört uns Golfer ja wenig. Ich hatte eine Menge Spaß auf den 18 Löchern von Teschow. Schon Bahn 1 hat es in sich, weil es einige Wasserhindernisse bis zum Grün des Par 4 (HCP 1) über 334 Meter gibt. An Bahn 2 wartet gleich das nächste Par 4, das zu den wenigen Löchern ohne Wasser zählt. Bis zu Loch 7 heißt es dann immer wieder: Rüber über das Wasser in Richtung Grün, hinzu kommen immer mehr hügelige Bahnen. Wer als Flachlandtiroler eher mit plattem Land gerechnet hat, der muss Bahn für Bahn feststellen, dass der Designer hier zu viel Muttererde zur Verfügung hatte. Die Bahnen kommen einem durch die Wellen oft länger vor als sie tatsächlich sind.  Nach der Acht, einem Par 3 über 168 Meter, wartet am äußersten Ende der Golfrunde die Neun auf uns. Das finde ich ein wenig schade, denn wenn man den 18-Loch-Platz spielt, muss man auch durchhalten und kann nicht nach neun Löchern spontan entscheiden, die Runde zu beenden. 

 

Auf den Back Nine geht es an Hole 10 mit einem Par 3 weiter und bereits am nächsten Loch lauert schon wieder seitliches Wasser. Was für einen Linkshänder wie mich gut ist, ist die Tatsache, dass auf diesem Platz die seitlichen Wasserhindernisse alle auf der rechten Seite sind. So kann ich beim Drive auch schon mal den einen oder anderen Slice verkraften.  Die beiden Highlights auf dem Platz sind aus meiner Sicht die Löcher 14 und die 15. Auf der 14 erwartet uns vom gelben Abschlag ein Par 5 über 559 Meter, das auf der linken Seite durch Baumgruppen und auf der rechten durch Wasser abgegrenzt wird. Vor dem Grün warten zwei Bunker und man muss zusehen, dass man nicht zu kurz bleibt. Wenn man diese wellige Bahn hinter sich gebracht hat, dann folgt ein Par 3 über 156 Meter an der 15. Vom Abschlag geht es in Richtung Wasser runter - und hinter dem Wasserhindernis wieder den Hügel hoch zum Grün. Dieses wird auf der rechten vorderen Seite durch einen kleinen Bunker bewacht. Da das Vorgrün zum Wasser runter geht, sollte man bei diesem Par 3 tatsächlich das Grün treffen, denn sonst rollt der Ball verdammt nahe ans  Wasserhindernis zurück.   Auf den letzten drei Löchern ist - wie könnte es anders sein - schon wieder Wasser im Spiel und bei der 18 muss man gar über zwei ziemlich nasse Hindernisse.

Mein Fazit

Wir waren mit Trolley unterwegs und ich sage Dir, nach 15 Löchern waren wir alle schon ganz schön platt. Also der Platz hat es in sich. Sehr oft muss man sich durch die vielen Wellen Gedanken machen, wo der Ball zum Liegen kommen soll. Aber genau das sind die Plätze, die mir persönlich am meisten Spaß machen. Für mich steht fest: Den Golfclub Schloss Teschow werde ich bestimmt auch einmal im Sommer bei Sonnenschein besuchen, denn dann macht die Runde noch mehr Spaß. Tipp zum Schluss: Bleibt auf der Runde bloß immer auf dem Fairway, denn im Rough und Semi-Rough waren die Balllagen schon Herausforderungen.


Der Alpengolfer hat den Nordlichtern auch einen sportlichen Platz vorgestellt, den Golfclub Seefeld-Wildmoos in Tirol. Zu seiner Geschichte geht's hier >>>

Fotos: Stephan Rösner