Golf-Gaudi unterm Gipfelkreuz

Wenn ein Allgäuer eines richtig gut kann, dann ist das feiern! Egal, ob im Kreise der Familie oder mit Freunden. Vielleicht ist es gerade das, was die "Wiggensbach Open" so beliebt macht. Vier Tage, vier Turniere. Und das quasi quer durch hochalpines Golfgelände. Da braucht's am Abend schon eine ordentliche Stärkung. Das Festzelt auf dem Gelände des Golfclubs Waldegg-Wiggensbach steht schon seit einigen Tagen und wartet auf den Startschuss der 15. Auflage. Zwei, die seit Anfang an regelmäßig dabei sind, sind Peggy und Torsten Köber. Das Besondere: Sie kommen gar nicht aus dem Allgäu, sondern aus dem hohen Norden.

Torsten (49) und Peggy (47) stammen aus Lübeck und kamen dann aus beruflichen Gründen unter anderem auch nach Laupheim, knapp 80 Kilometer von Wiggensbach entfernt. So haben sie durch einen Arbeitskollegen auch den Weg zum Golfclub Waldegg-Wiggensbach gefunden und die ersten Schwünge gemacht. "Seit dem Jahr 2000 sind wir Mitglieder und schon bald haben wir von den Wiggensbach Open gehört. Für uns war das ideal, denn wir waren nach Rotterdam umgezogen und konnten nur noch bedingt in Wiggensbach spielen. Also wird seit 2001 unser Urlaub rund um die Open geplant", erzählt Peggy.

Von Mitgliedern für Mitglieder

Ihr Lob gebührt vor allem den Organisatoren, die jedes Jahr mit neuen Ideen das Turnier gestalten. Jeder Tag steht unter einem eigenen Motto; mit liebevoller Dekoration, lustigen Sonderprüfungen an Loch 19, leckerer Rundenverpflegung und stimmungsvollem Abendprogramm. "Das Tolle daran ist, dass das komplette Turnier von Clubmitgliedern organisiert wird. Das macht den besonderen Charakter der Wiggensbach Open aus", erzählt Torsten.

 

Für die Turniertage wird das Allgäu Jahr für Jahr zum Urlaubsziel der beiden. In der Regel verbringen sie nicht nur fünf Tage, sondern gleich zwei Wochen im Oberallgäu. Zunächst geht es freilich auf den Golfplatz, die Lage erkunden. "Langjährige Freunde aus dem Frankfurter Raum reisen ebenfalls jedes Jahr zu den Wiggensbach Open an. Zusammen spielen wir eine entspannte private Runde, als Vorbereitung fürs Turnier", sagt die 47-Jährige. Von Mittwoch bis Samstag dreht sich dann alles um die kleine weiße Kugel. Torsten nimmt dabei stets an allen vier Turniertagen teil. Das kräftezehrende All-inklusive-Programm. Peggy spielt seit zwei Jahren nur noch an zwei bis drei Tagen mit. Und nach der Golfwoche verbringen die Köbers die weiteren Urlaubstage mit Wandern und Sightseeing. Torsten meint: "So schön Golfen auch ist, dass Allgäu bietet noch so viel mehr. Am Ende unseres Urlaubs geht es dann aber noch einmal auf den Golfplatz. Das Allgäu Stern-Golfturnier in Wiggensbach wird von uns sehr geschätzt und findet jedes Jahr eine Woche nach den Open statt."

13 Stunden im Flugzeug

Für die "Wiggensbach Open" haben die beiden Hobbygolfer auch schon manch anstrengende Anreise in Kauf genommen. Aus beruflichen Gründen haben sie acht Jahre in Rotterdam und fünf Jahre in Singapur gelebt. Einmal im Jahr sind sie aber von Singapur nach Deutschland gekommen. Natürlich rund um das Event im Oberallgäu. "Welcher Amateur setzt sich schon 13 Stunden in den Flieger, um an einem bestimmten Golfturnier teilnehmen zu können", meint Peggy lachend.

 

Mit den vielen kniffligen Schräglagen auf der 27-Loch-Anlage mit dem höchsten Abschlag Deutschlands kommen die Köbers aber auch als Flachland-Golfer zurecht. Denn schließlich haben sie das Golfen ja auch unter diesen Umständen im Allgäu gelernt. "Die vielen Höhenmeter, die man in Wiggensbach zu bewältigen hat, zehren schon an der Kondition und damit auf den letzten Löchern häufig auch am guten Spiel. Oft fragt man sich dann, warum man sich das eigentlich antut. Aber die wunderschöne Aussicht lässt keine weiteren Fragen zu", sagt Torsten.

Fotos: Golfclub Waldegg-Wiggensbach, Köber privat