Der Turmbau zu Freinberg

Als ich das letzte Mal zu Besuch war, oben über den Dächern von Passau im kleinen Örtchen Freinberg, stand dort noch ein Futtersilo. So wie man es auch von vielen anderen Bauernhöfen kennt. Doch aus viel grauem Beton ist mittlerweile ein markanter Punkt auf dem 9-Loch-Golfplatz kurz hinter der Grenze zwischen Niederbayern und Oberösterreich geworden. Ein 16 Meter hoher Abschlagturm, der geschickt in die Anlage integriert worden ist. Eine echte Attraktion.

Es ist ein rekordverdächtiger Turm. Denn nach eigenen Angaben haben sie da im Golfclub Über den Dächern von Passau den "weltweit höchsten Abschlag auf einem Gebäude, der in einen Golfplatz integriert ist".  Das Futtersilo wurde aus-, um- und aufgebaut. „Mittels Aufzug oder zu Fuß geht es dann auf die Abschlagplattform. Oben genießt man die Aussicht, ehe das Grün auf der anderen Seite des Tales angegriffen werden kann“, erklärt Clubmanager Franz Schraml.

 

Der Turm ist allerdings nicht das einzig Spektakuläre auf der Runde, Aber eines vorneweg: Wer darauf steht, von Loch zu Loch den Driver aus der Tasche zu ziehen, um auf Weitenjagd zu gehen, ist hier Fehl am Platz. Denn der Kurs ist mit knapp 3900 Metern Länge verhältnismäßig kurz gehalten, hat es aber an mehreren Stellen in sich. Präzision ist gefragt. Man sollte sein Werkzeug im Griff haben. Auf Loch zwei zum Beispiel. Einem kniffligen Par 3, 116 Meter lang. Bergab geht es erst über ein Biotop, dann durch eine enge Waldschneise auf das stark hängende Grün. Rechts Wald, links Wald, dahinter Wald. Auch auf Bahn 5, einem Par 4 über 234 Meter vom gelben Herrenabschlag, kann es passieren, dass man vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sieht. Und dann geht es auf die andere Seite der Straße, die den Platz durchquert. Leichter wird es auch dort nicht. Denn von  Loch 7 geht es direkt vom Abschlagturm über den Graben aufs gegenüberliegende Grün und auf Bahn 8 den Weg in umgekehrter Richtung wieder zurück. 

Familiäre Atmosphäre

Was ich an diesem Platz besonders schätze, ist die familiäre Atmosphäre. Franz Schraml senior als Clubpräsident kennt "seinen Platz" wie die eigene Westentasche, der Junior hat als Clubmanager das Geschäftliche im Blick. Beide pflegen, bei aller respektvoller Zurückhaltung, den freundschaftlichen Kontakt zu den Gästen des Hauses. 


1991 wurde die Freizeitanlage der Familie errichtet, 1995 wurde ein angrenzendes ehemaliges Tierparkgelände zugekauft. 

Übernachten direkt am Abschlag

Ein Besuch in Freinberg eignet sich vor allem, wenn man einen Kurzurlaub plant oder beispielsweise die Saison gemütlich ausklingen lassen will. Denn die Übernachtungsmöglichkeiten befinden sich direkt am Platz, Von den Atelierzimmern aus sind es nur wenige Schritte zur Driving-Range oder zum ersten Abschlag. Wer es lieber urig mag, kann sich in traditionellen Holzhütten einmieten. Ein echtes Erlebnis und absolut zu empfehlen.


5 Tipps für Tage, an denen die Lust aufs Golfen fehlt

Wer beim Besuch in Freinberg einmal keine Lust hat, auf die Runde zu gehen, für den bieten sich genügend Möglichkeiten, die Freizeit anderweitig zu verbringen. Zum Beispiel mit ...

  • ... einem Nachmittag im Topfit-Freizeitpark, zu dem die Golfanlage gehört. Denn direkt auf dem Gelände kann man neben Tennis, Squash und Badminton spielen mittlerweile auch Kegeln und Klettern. Es gibt beispielsweise einen eigenen Boulderbereich. 
  • ... einem Besuch in Schärding. Die kleine Stadt am Inn ist knapp 17 Kilometer entfernt und gilt als schönste Barockstadt Österreichs. Geheimtipp ist ein kleiner Gewürzkräutergarten beim Aufgang vom Hessen-Rainer-Platz zum Kubinssaal. Einfach mal schnuppern!
  • ... Gemütlichkeit im Passauer Erlebnisbad "peb". Wellenbad, Riesenrutschen, Sprungtürme, Strömungskanäle, Liegewiese, Kletterfelsen  – im „peb" steht der Spaß an erster Stelle.
  • ... einem Kaffee oder Cappuccino im Café Haus Diwan in Passau. Das liegt nicht nur im Herzen der Stadt, sondern auch hoch über deren Dächern. Im obersten Stockwerk des Kapfinger-Turmes wurde ein Café mit außergewöhnlichem Ambiente geschaffen. Von dort hat man ein beeindruckendes Panorama.
  • ... einem Ausflug zur Veste Oberhaus. Sie liegt auf der linken Seite der Donau in Passau und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Veste war die meiste Zeit Burg und Residenz des fürstlichen Bischofs von Passau. Heute gibt es dort einen gemütlichen Biergarten und einen wunderbaren Ausblick, 

Fotos: Schöttl (2), Schraml