Golfen mit Rund-um-Panorama

Wie lautet die Mehrzahl von Panorama? Panoramas? Panorami? Panoramen? Laut Duden ist es offiziell letztere Version. Doch hier oben interessiert das niemand. Hier oben muss man genießen. Einfach nur genießen! Denn wer auf der Gsteig in Lechbruck am See Golf spielt, kommt gleich mehrfach auf seine Kosten: Wegen des sportlich anspruchsvollen Platzes beispielsweise. Und wegen der vielen beeindruckenden Panoramen.

Auf der einen Seite die Allgäuer Alpen, auf der anderen der weite Blick über den Lechsee hinweg in die hügelige Landschaft und dort dam nächsten Loch wartet das Panorama auf die Tiroler Berge. Wer in die Ostallgäuer Gemeinde Lechbruck kommt, um dort ein paar entspannte Tage auf dem Golfplatz zu verbringen, sollte zwei Dinge auf jeden Fall dabei haben: a) ein Ladegerät für den Akku der Fotokamera und b) genügend freien Speicher auf der Chipkarte.

 

Die natürliche Schönheit war dort oben, auf der Anhöhe über der Ortschaft, schon immer vorhanden. Die Golfanlage ist erst vor gut 15 Jahren entstanden. Denn anfangs wurde die Fläche ganz traditionell genutzt. Landwirtschaftlich, wie es sich für die Region gehört. Und mitten drin: der Bauernhof der Familie Hack. Der Bauernhof "Auf der Gsteig", der nach und nach in ein Clubhaus umgebaut wurde und später Pate stand für den Namen der Golfanlage samt Hotel und Restaurant. Gespielt wird in Lechbruck seit dem Jahr 2001. Inmitten von altem Baum- und Heckenbestand.

Der Platz selbst erstreckt sich auf fast 100 Hektar. Mit mittlerem Schwierigkeitsgrad bei rund 5600 Metern Länge und Par 71 ist der abwechslungsreiche und fordernde Kurs geschickt in die einmalige Landschaft und Natur integriert. Schwerste Bahn ist Loch 3, ein Par 4 mit 393 Metern Länge vom Herrenabschlag. Zunächst ist der Golfer ganz schön gefordert, muss unter anderem frontales und seitliches Wasser umspielen, sich vor einem Sandbunker rechts vor dem Grün in acht nehmen und zudem vor allem auf dieser Bahn den Wind richtig einschätzen. Ist man dann aber auf dem Grün angekommen, entschädigt der wunderbare Blick in die Lechtaler Alpen.

 

An Loch 14, einem Abschlag aus dem Wald heraus, raubt einem der Blick durch die Waldschneise auf die Ammergauer Berge bereits vor dem ersten Schlag die Konzentration. Die hat man allerdings bitter nötig, denn das Gelände hängt stark nach links, das Grün wird von einem Sandbunker verteidigt und zu allem Überfluss lauert hinter dem Grün bereits ein steiler Abhang.

 

Herzstück und gleichzeitig Schlusspunkt auf der Runde ist das 18. Loch, ein Par 3 mit 145 Metern Länge (Herren). Vom leicht erhöhten Abschlag aus geht es zurück zum Landhaus. Doch auch das ist nicht einfach: Links lauert ein Teich, rundherum erschweren drei Sandbunker das Spiel. Und wenn man an dieser Stelle nicht schon längst aufgrund des letzten Anstiegs zum Abschlag außer Atem wäre, würde einem spätestens dort oben der Wahnsinns-Rundblick eben diesen Atem rauben.


Entspannen und Ausschlafen

Ein Vier-Sterne-Hotel gehört direkt zur Golfanlage auf der Gsteig. An das bereits bestehende Landhaus mit bislang 21 Zimmern wurde vor Kurzem ein Neubau mit weiteren Zimmern angebaut. Nun sind es 42. Und selbst hier kommt man um das Panorama nicht herum: Aus dem Indoor-Pool gibt es ungehinderten Blick auf die Alpen. Mit Fitnessraum, Massagekabinen und Saunalandschaft umfasst der Spa-Bereich des Hotels rund 500 Quadratmeter. Übrigens ist auch der Allgäuer Winter kein Ausschlusskriterium: Im Untergeschoß des Landhauses wurde eine Indoor-Golfanlage errichtet, in der auch trainiert werden kann, wenn draußen leise der Schnee rieselt.

Drei Ausflugs-Tipps für den Urlaub in Lechbruck

Die Region zwischen Allgäu und Pfaffenwinkel, an der Grenze des Ostallgäus zu Oberbayern, hat einen derart hohen Freizeitwert, dass sie zu den beliebtesten Ferienzielen in Süddeutschland zählt. Hier gibt es die Königsschlösser als echten Touristenmagnet, aber es gibt eben auch die Ausflugsziele, die nicht ganz so überlaufen sind. Zum Beispiel ...

 

... die Wieskirche bei Steingaden (ca. 14 km von der Gsteig): Noch ein besonderes Panorama gefällig? Dann ab zur Wieskirche. Sie ist eine berühmtesten Rokokokirchen der Welt und gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Von 1745 bis 1754 wurde das einzigartige und prächtig ausgeschmückte Gotteshaus von Dominikus Zimmermann geschaffen. In wunderbarer Umgebung. 

 

... der Brauereigasthof Kössel in Speiden (ca. 26 km von der Gsteig): Golfen macht durstig. Und hier kann man den Durst stillen. Das meistgetrunkene Bier aus dem Hause Kössel ist das Mariahilfer Vollbier, das mit Caramel-Malz untergärig gebraut wird. Ausgeschenkt wird das Bier nach rund vierzigtägiger Lagerzeit. Ein Klassiker unter den Allgäuer Hausbieren. Das Gasthaus der Brauerei bietet einfache bayerische Brotzeiten und Hausbiere sowie eine Bier-Käse-Wanderung an. Ein Pflicht-Termin.

 

... das Flößergolf in Lechbruck (direkt im Ortskern): Wer sich die Fahrt durch die Region von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit sparen will, der ist hier genau richtig. Denn auf den 18 Bahnen findet man das Schloss Neuschwanstein genauso wie den Tegelberg. In Miniatur. Flößergolf ist eine Art Minigolf, kommt dem "echten" Golf aber noch ein Stückchen näher. Denn gespielt wird nicht auf betonierten Bahnen, sondern auf künstlichen Grüns, die es in sich haben. 

Fotos: Schöttl, Auf der Gsteig