Unter der Lupe: Der Golfpark Bregenzerwald

Der Golfpark Bregenzerwald in Riefensberg ist eine echte Perle in der Region. Der Platz entstand Mitte der 1990er Jahre als erste 18-Loch-Anlage Vorarlbergs, eingebettet im Weißach-Tal. Vor allem landschaftlich hat der Golfpark einiges zu bieten. Sogar den Blick auf den Säntis in die Schweiz. Wir haben die Anlage besucht und für den ersten Teil des Alpengolfer-Platzchecks genauer unter die Lupe genommen.

Das größte Kapital des Golfparks Bregenzerwald ist die Landschaft. Gleich um die Ecke des Allgäuer Schroth-Kurorts Oberstaufen hat Architekt Kurt Rossknecht die Besonderheiten des sanfthügeligen Weißach-Tales perfekt genutzt. Alte Baumgruppen und naturbelassenen Streuwiesen,  sorgsam gesetzte Bunker und  Teiche sowie ganz schön knifflige Grüns lassen das Golferherz höher schlagen. Und an manchen Löchern auch den Puls. Denn es geht ständig bergauf und bergab. Wandern statt Golfen. Oder besser gesagt: Wandern und Golfen. 

Trotz der breiten Fairways ist der Platz sportlich anspruchsvoll. Denn oft bleiben nur schmale Korridore. Oder der Golfer ist bei  Hang- und Schräglagen vor der imposanten Kulisse der Voralpen gefragt. Ein Flachland-Golfer kann da schon ganz schön ins Schwitzen kommen. Der eine oder andere auch ins Grübeln. Doch mal wieder eine Trainerstunde buchen? Einer echten Bergziege mach dies freilich alles nichts aus.


Etliche Abschläge sind echte Panoramaabschläge. Zwischen Tee und Grün haben die Verantwortlichen zum Teil ordentliche Höhenunterschiede eingebaut. Für den Blick in die Ferne ist das natürlich eine richtig gute Idee. Für denjenigen, welcher auf seine normalen Weiten baut und dann in Gewohnheit beispielsweise das 7er-Eisen aus dem Bag holt, wird es allerdings verzwickt, Wie zum Beispiel bei Loch 14, einem von gelb 130 Meter langen Par 3, das sich aber wesentlich kürzer spielt. So reicht schon ein Sandwedge, um nach unten zu kommen. Aber ganz ehrlich: Das Loch ist fast unspielbar, denn trifft man das Grün nicht genau in einem schmalen Bereich, ist die Kugel weg. Denn hinten lauert das Aus, links geht es ganz schnell die Böschung hinunter und rechts kann es schon mal passieren, dass der Ball gar nicht bis aufs Grün kommt, sondern im Hang hängenbleibt.

Spektakulärer Abschluss

Das spektakulärste Loch ist definitiv die 17. Von der erhabenen Position dieses Abschlags blickt man von der Sulzberger Seite auf das mehr als 400 Meter entfernte Grün auf der Riefensberger Seite. Hier könnte wohl so mancher Golfballtaucher sein Monatsgehalt verdienen. Denn der Drive muss erst einmal die Weißach queren. Den kleinen Gebirgsfluss, der sich malerisch um den Golfpark schlängelt. 

Das Testurteil

Und so fällt das Gesamtfazit aus: Für den Pflegezustand des Platzes gibt es definitiv volle Punktzahl. Die Grüns sind zwar fast ein bisschen zu schnell, aber das erfordert von den Golfern eben ganzes Können. Oder besser gesagt: Den richtigen Durchblick. Was sich auch auf den Schwierigkeitsgrad der Anlage auswirkt. Einfach ist die Anlage nicht zu spielen. Einer schnellen Par-Runde machen die Höhenunterschiede, Hang- und Schräglagen einen Strich durch die Rechnung. Die Abwechslung ist durch diese Eigenschaften des Platzes aber garantiert. Für Baumbestand, Bunker und Wasserhindernisse gibt es drei von fünf Punkten.  Auch beim Clubhaus und dem Sekretariat gibt es kaum was zu Meckern. Der Service ist - wie man es von den meisten touristischen Einrichtungen in Österreich gewohnt ist - durchwegs gut. Freundliches Personal, schnelle Hilfe. Da klingelt an der Servicetheke gerne auch einmal das Telefon im Hintergrund weiter, wenn der Gast sein Greenfee lösen will. Auch unser Sonderwunsch, sich für die Runde einen Schläger testweise auszuleihen, wurde im Pro-Shop ohne Probleme erfüllt. Vorbildlich!


Die Übungsanlagen sind schön und gepflegt. Auch von dort aus hat man ein wunderbares Panorama. Die Abschlagmatten sind gut zu spielen. Im neueren Teil der Driving Range werden sogar die verschiedenen Bereiche des Platzes wie Rough, Semi-Rough und Fairway simuliert. Einziger Minuspunkt: Von der Abschlagshütte zum Puttinggrün ist es ein gutes Stück zu gehen. Beinahe würde man diesen Teil der Übungsanlage daher übersehen.


Alles in allem schneidet der Golfpark Bregenzerwald mit Note zwei gut ab. 


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Kommentare: 1
  • #1

    Michael Kühlmuß (Sonntag, 05 Juli 2015 10:12)

    Hallo Stephan,deine Reportage finde ich toll,mach weiter so