Die Ruheoase im Kaiserwinkl

Foto: Hotel Panorama
Foto: Hotel Panorama

Irgendwie ist es wie beim Juwelier. Der präsentiert seine wertvollsten Stücke auch nicht im Schaufenster, sondern hält sie lieber etwas versteckt. Der Kaiserwinkl ist ein solches wertvolles Stück. Dort, wo für Millionen Touristen optisch gesehen Tirol beginnt, verbirgt sich die wunderschöne Region rund um die Orte Walchsee, Kössen, Schleching und Schwendt. Wie es der Name schon sagt: im Winkel, direkt hinter der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Im Schatten des Wilden Kaisers. 

Wer das ursprüngliche Tirol mag, ist hier genau richtig. Denn bevor es über die Inntal-Autobahn hinausgeht zu den Touristenmagneten Kitzbühel, Innsbruck oder ins Zillertal, hat man im Kaiserwinkl noch einmal Gelegenheit, so richtig Luft zu holen. Reine Luft in zum Teil noch unberührter Landschaft. Die Schwemm beispielsweise ist Nordtirols größte erhaltene Moorlandschaft mit Orchideen, Streuwiesen und einer Fülle seltener Tiere. Man lebt hier gut. Man lebt hier gelassen. Umgeben von Wäldern, Almwiesen, alten Häusern und feinen Fassadenmalereien. 


Vor allem als Region mit vielen Freizeitmöglichkeiten ist der Kaiserwinkl beliebt. Am Walchsee wird gesegelt, gesurft und gefischt. Kletterer, Mountainbiker, Paraglider, Golfer und Drachenflieger kommen ebenso auf ihre Kosten. Und Wanderwege gibt es sowieso zu Hauf - für Geübte wie für Familien gleichermaßen.


Die Golfplätze

Kaiserwinkl Golf Kössen (Foto: Stephan Schöttl)
Kaiserwinkl Golf Kössen (Foto: Stephan Schöttl)

Jeden Tag den gleichen Platz spielen? Das muss im Kaiserwinkl nicht sein. Denn die Region bietet in dieser Hinsicht viel Abwechslung. Zieht man beispielsweise rund um den Walchsee einen Radius von etwa 20 Kilometern, gibt es gleich vier Anlagen. Vier Plätze, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Aushängeschild ist der Kaiserwinkl-Golfplatz in Kössen. Vor der traumhaften Kulisse des Wilden Kaisers und inmitten prächtiger Natur wurde der 18-Loch-Kurs Mitte der 1980er Jahre vom bekannten Golfplatzarchitekten Don Harradine geplant. Der 5.645 Meter lange Platz ist, obwohl er mitten im gebirgigen Tirol liegt, zu Fuß problemlos zu meistern. Nur drei leichte Steigungen sind zu überwinden. Doch Vorsicht: Einfach ist der Platz nicht! Denn die schmalen Fairways in den Waldstücken (vor allem auf den Back Nine), die natürlichen Wasserhindernisse wie das Flüsschen Kohle, das den Platz mehrfach durchquert, und die relativ kleinen Grüns erfordern vor allem präzises Spiel. In Kössen kommt es nicht auf die Länge der Schläge an, sondern auf die Genauigkeit. Und auch das Rough ist recht hoch, denn entlang der Bahnen stehen bis zu 30 Meter Hohe Bäume. Alter Baumbestand, der dem Platz seinen einzigartigen Charakter verleiht. Nicht umsonst wird der Platz daher oft als "Golfjuwel der Alpen" bezeichnet. Zu Gast sind nicht nur Touristen aus aller Welt, sondern auch namhafte Golfer. Österreichs Markus Brier beispielsweise kommt immer wieder zum Trainieren in den Kaiserwinkl.

Der Golf- und Countryclub Lärchenhof ist knapp 16 Kilometer entfernt. Der 9-Loch-Platz, der direkt neben einem Fünf-Sterne-Hotel liegt, ist eine architektonische Meisterleistung, die bereits vielfach prämiert wurde. Zudem gibt es dort eine 6-Loch-Übungsanlage.

 

Ein weiterer 9-Loch-Platz ist der Golfplatz Moarhof des Golfclubs Walchsee. Die Anlage ist eingebettet in das Hochmoorgebiet Schwemm. Der sportlich anspruchsvolle Platz wurde 1993 eröffnet und punktet vor allem mit einem wunderbaren Alpenpanorama. Die Anlage ist einer von wenigen öffentlichen Kursen, der auch ohne Clubmitgliedschaft bespielbar ist. Einzige Voraussetzung ist die bestandene Platzreife.

 

Fährt man die wenigen Kilometer über die deutsch-österreichische Grenze, hat man als Golfer noch eine vierte Möglichkeit, auf Birdiejagd zu gehen: den Golfclub Reit im Winkl/Kössen in Bayern. Auf der einen Seite der Blick zum Unterberg, auf der anderen freie Sicht auf das beeindruckende Kaisergebirge. Wer hier spielt, kann leicht aus der Konzentration kommen. Geblendet vom herrlichen Panorama auf der 18-Loch-Anlage. Der Platz ist leicht hügelig und erfordert an manchen Bahnen strategischen Weitblick.


Ein Platz zum Wohlfühlen

Hotels, Pensionen und Gästehäuser gibt es in dieser Region Tirols wie Sand am Meer. Die Österreicher gelten nicht zu Unrecht als wahre Tourismus-Weltmeister. Dennoch stellen wir zwei Empfehlungen heraus, die zentral im Örtchen Walchsee liegen. Beides sind Familienbetriebe der Familie Münsterer, die Verwöhnhotels. Die beiden 4-Sterne-Häuser zeichnen sich aber durch komplett unterschiedliche Ausrichtungen aus: Das Hotel Seehof, unten im Tal, ist ein echtes Paradies für die Kleinen. Dort bleiben beim Familien-Urlaub keine Wünsche offen. Auch verregnete Tage lassen sich im Seehof problemlos verbringen. Egal, ob auf der Bowlingbahn im Keller, im hauseigenen Reitstall oder im Hallenbad. Herzstück des Hotels ist ein eigener Wasser-Spielepark, mit einer 155 Meter langen Indoor-Rutsche. Einer einzigartigen Attraktion in Österreich. Der Aktiv-Faktor des Hauses ist auch Profisportlern nicht verborgen geblieben. So zählen zu den Gästen des Seehofs mittlerweile auch Fußballmannschaften wie der FC Augsburg oder die Frauen des VfL Wolfsburg, die sich am Walchsee auf die sportlichen Herausforderungen vorbereiten.

 

Oben auf dem Berg angekommen, erwartet die Gäste im Hotel Panorama ein atemberaubender Blick auf den Zahmen Kaiser, den Walchsee und das gesamte Kaiserwinkltal. Ganz bewusst habe man sich dafür entschieden, das Hotel zur kinderfreien Zone zu erklären, sagt Hoteldirektor Egon Kahr. Um den Eltern auch einmal die verdiente Ruhepause zu verschaffen. Und so wird im Hotel Panorama Wert gelegt auf alles, was guttut. Auf exquisite Kulinarik, auf guten Wein und auf Wellness. Der großzügige Wellness- und Spa-Bereich wurde neu errichtet und nach modernen Maßstäben erweitert. Neben einem großflächigen Ruhebereich sticht vor allem die Panoramasauna heraus. Der Name ist eben Programm.

Foto: Schöttl
Foto: Schöttl
Foto: Schöttl
Foto: Schöttl
Foto: Verwöhnhotels
Foto: Verwöhnhotels